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Warum bei uns in Mitteleuropa saisonale Outdoor-Aquaponik sinnvoll ist

Oft wird darüber diskutiert ob ein Aquaponikbetrieb unter freiem Himmel, in unseren Breiten überhaupt sinnvoll ist. Vielleicht bist du sogar einer von denen die sich aktuell die folgende Frage stellen:

Zahlt sich eine Aquaponik Anlage in meinem Garten überhaupt aus?

Sicher bist du auch schon über das eine oder andere Argument gestolpert das dagegenspricht:

  • Die optimalen Temperaturen sind nur über die Sommermonate gegeben.
  • Die Fische erreichen in dieser kurzen Zeit doch keine Speisegröße.
  • Der Aufwand kann sich doch nicht lohnen.

Ich bin der oben genannten Frage in den letzten Jahren intensiv auf den Grund gegangen und kann heute behaupten: Ja, es zahlt sich aus, sofern du einige Punkte beachtest. Denn so wie bei konventionellem Gärtnern, spielt die Vorbereitung und das Timing eine entscheidende Rolle. Sehen wir uns diese Punkte nun genauer an.

Vergewissere dich, dass dich das Thema auch wirklich interessiert und du auch bereit bist Zeit zu investieren

Eigentlich bist du ja schon bereit Zeit zu investieren, sonst wärst du nicht auf meinem Blog gelandet und würdest jetzt diesen Artikel lesen. Das ist super und auch eine der wichtigsten Grundvoraussetzungen.

Es wäre gelogen zu behaupten, dass Aquaponik ein kompletter Selbstläufer ist und du keine Zeit investieren musst. Du kannst aber beruhigt sein. So ein Gartenprojekt ist auch kein Fulltime-Job und die Aquaponik ist auch gut skalierbar. Und ganz ehrlich: Was gibt es denn schöneres, als ein neues Hobby für sich zu entdecken? Wie sagt man so schön: Was man gerne macht, macht man gut. Und dafür nimmt man sich dann auch gerne die Zeit.

Besonders am Anfang ist es ratsam sich regelmäßig mit den „Basics“ vertraut zu machen, auszuprobieren und dabei zu lernen. Es gibt dann viele Wege den Betrieb zu automatisieren und zu optimieren. Mit Hilfsmitteln wie Futterautomaten, Zeitschaltuhren, Thermostat usw. kannst du auch nach wie vor beruhigt in den Urlaub fahren. So mache ich es auch; und das mehrmals im Jahr! 🙂

Stöbere einfach weiter auf meiner Webseite und meinem Blog und informiere dich. Ich bemühe mich laufend wertvolle Informationen zusammenzutragen und diese mit dir zu teilen. Werde gerne auch Teil der Cycle-Farming Community und erhalte Zugriff auf exklusive Inhalte, Videos, Tipps und andere Vorteile. Auf YouTube findest du auch verschiedene Videos zu meiner Arbeit. Glaub mir: Wenn die Dinge einmal ins Laufen kommen, wirst du fasziniert sein.

Nutze die kalten Wintermonate für die Planung deines Projektes

Es ist jetzt Winter. Es wird früh dunkel, und draußen ist es kalt. Vermutlich sitzt du mit deinem Notebook, Tablet oder Smartphone am Sofa, durchforstest das Internet und schwebst mit deinen Gedanken schon in der kommenden Gartensaison. Nur diesmal wird es etwas Besonderes. Du denkst dabei nämlich schon an dein neues Aquaponik Projekt, dass dir im Sommer neben Gemüse auch noch Fisch liefern wird.

So ein Vorhaben gehört natürlich sorgfältig durchdacht. Die Planung und Auswahl deiner Aquaponik Anlage, sowie deren Komponenten, entscheiden letztendlich auch über den Erfolg deines Projektes. Gut, dass du diese Zeit jetzt nutzen kannst um mit deinem Projekt zu starten und dich gut vorzubereiten. Stelle dir für’s erste folgende Fragen:

  • Wieviel Platz steht mir im Garten, Terrasse oder Balkon zur Verfügung?
  • Soll die Anlage unter freiem Himmel oder in einem Glashaus betrieben werden?
  • Habe ich schon einen Bereich wie z.B. ein Glashaus, dass ich umbauen oder nutzen kann?
  • Habe ich geeignete Komponenten, Bauteile oder Objekte die ich unter Umständen nutzen oder umfunktionieren kann. (z.B. einen Gartenteich, große Becken, Tonnen oder Gefäße)
  • Wieviel Fisch- und Gemüseoutput erwarte ich mir?
  • Wieviel Budget habe ich für die Realisierung meines Projektes?
  • Will ich mir alles selber bauen oder greife ich auf funktionierende Einzelmodule oder gar fertige Komplettanlagen zurück?

Mit deinen Antworten auf diese Fragen kannst du während deiner Recherche- und Planungsarbeit schon sehr gut eingrenzen in welchem Zeit-, Platz- und Kostenrahmen sich dein Projekt bewegt. Zudem kannst du deine Recherchearbeit gezielter ausrichten. Ich hoffe, dass dir dabei mein Blog und meine Website gut weiterhelfen. Ansonsten unterstützen dich die Antworten von oben auch gut beim Formulieren von Folgefragen im Internet. Ich empfehle dir auch das eine oder andere Buch wie z.B. Aquaponic-Gardening von Sylvia Bernstein durchzuarbeiten.

Eine meiner ersten Anlagen für einen saisonalen Test-Betrieb auf meinem Balkon: Zwei OFERA Cycle-Garden™  Grow Beds BASIC mit automatischer Bell Siphon Entwässerung und ein Fish Tank mit etwa 350l für Tilapia-Fische. Bei der Planung des Projektes waren vor allem die Gebäude-Statik und die Sonneneinstrahlung eine Herausforderung.

Wenn du Zeit sparen möchtest und Anfängerfehler weitgehend vermeiden möchtest, kann ich dich dabei natürlich ebenfalls unterstützen. Ich stehe dir jederzeit im Rahmen individueller Workshops und Beratungen sowie mit meinen Produkten rund um die Aquaponik, Garten und Insektenzucht zur Verfügung. Die Modulbauweise der OFERA Cycle-Garden Komponenten ermöglicht dir auch eine einfache Kombination mit deiner eigenen Idee und Konstruktion. Oder du entscheidest dich für komplett fertige Anlagenbausätze in unterschiedlichen Größen. Sieh dich einfach um.

Denke rechtzeitig an Jungfische

Zum Start deiner Anlage im Frühjahr, sollten die Fische schon etwas größer sein. Einerseits, damit sie dann auch ausreichend Nährstoffe für deine Pflanzen produzieren können. Andererseits möchtest du im Herbst natürlich Fische in Speisegröße ernten. Deshalb solltest du die Wintermonate für die Aufzucht deiner Jungfische nutzen. Das kann entweder in kleineren Aquaponik Anlagen in der Garage, im Keller oder auch im Wohnraum mit herkömmlichen Aquarien geschehen. Welche und wie viele Fische du dir organisieren musst, ergibt sich während der Planungsphase abhängig von der geplanten Systemgröße. Die Anzahl der Fische wählst du dann um etwa 25-50% höher als die vorgesehene Besatzdichte. (Speisegröße) Die Fische wachsen nämlich ohnehin nicht gleichmäßig.

Hier siehst du wie sich meine Tilapia-Jungfische vom Winter bis zum Saisonstart entwickeln

Ich konzentriere mich beispielsweise von Herbst bis ins Frühjahr auf die Aufzucht der Jungfische für die kommende Saison. Und zwar auf Warmwasserfische wie den Tilapia (Oreochromis niloticus) und den Raubwels (Clarias gariepinus). Diese Fische sind bestens für die warmen Temperaturen im Sommer geeignet und erreichen bei richtiger Haltung innerhalb von wenigen Monaten Speisegröße. Im Winter wachsen die Jungfische bei mir in Aquarien auf die passende Größe heran. Im Frühjahr, zu Beginn der Gartensaison, ab etwa Mai, nehme ich dann die Systeme mit den teils halb ausgewachsenen Fischen in Betrieb. So geht sich die Ernte der Speisefische bis zum Herbst wunderbar aus.

Was möchtest du deinen Fischen verfüttern?

Das ist meiner Meinung nach eine der spannendsten und wichtigsten Fragen. Denn wenn du weißt was du deinen Fischen verfütterst, weißt du auch wie gesund du am Ende isst. Ich rate dir jedenfalls zur Zucht von Futterinsekten und zum Cycle-Farming. So lässt du nichts ungenutzt und verwertest deine Küchenabfälle auf eine sinnvolle Art und Weise. Sowohl für den Tilapia, als auch den Raubwels, sind Insekten wie Mehlwürmer, BLS-Larven oder Kompostwürmer eine natürliche und hochwertige Fett- und Eiweissquelle. [mehr dazu…]

Wenn du deine Fische, so wie ich, mit deinen eigenen Futterinsekten versorgen möchtest, solltest du auf jeden Fall auch früh genug mit der Zucht der Insekten beginnen. Es dauert nämlich einige Wochen bis du eine leistungsfähige Insekten-Brutkolonie aufgebaut hast. Es ist schön zu beobachten wie Küchenabfälle mit einer Insektenfarm sinnvoll verwertet werden und nebenbei hochwertiges Fischfutter entsteht.

Hier siehst du wie ich selbst Mehlwürmer für meine Fische züchte

Ganz wirst du auf industrielles Fischfutter nicht verzichten können. Umso wichtiger ist es, dass du auf die Qualität des Futters achtest. Es gibt eine große Auswahl an industriellem Fischfutter, das sich deutlich von der Qualität und Herkunft unterscheidet. Im OFERA Online-Shop findest du nachhaltige, hochwertige und Ethoxyquin-freie Futtermittel für Tilapia und Raubwels.

Denke rechtzeitig an Jungpflanzen

Dadurch, dass du deine Anlage über die Sommermonate betreibst ist natürlich wärmebedürftiges Sommergemüse wie Tomaten, Paprika, Zuccini und Gurken am sinnvollsten. Achte aber besonders beim Standplatz darauf, ob ganztägig Sonneneinstrahlung herrscht oder auch Schatten zu erwarten ist. Demnach solltest du dann auch deine Pflanzen auswählen. So können dann auch Salate und Kohlgemüse sinnvoll sein. Besorge dir früh genug Saatgut für deine Jungpflanzen. Je nach Gemüseart beginnst du dann ab etwa März oder April mit dem Keimen der Jungpflanzen. Das machst du am Besten indem du die Saatkörner in Steinwollblöcken keimen lässt. Sind die Jungpflanzen dann kräftig genug, setzt du sie gemeinsam mit der Steinwolle ins das Aquaponik Grow Bed oder NFT-Rohrsystem.

Zusammengefasst

Aquaponik über die Sommermonate macht Sinn, weil wir natürliche Ressourcen wie Licht und Wärme optimal nutzen. Und das nicht nur für die Pflanzen sondern auch für die Fische. Warmwasserfische wie Tilapia und Raubwels bevorzugen hohe Temperaturen von >25°C und entfalten bei den warmen Wassertemperaturen ihr volles Wachstumspotenzial. Zudem kann die Sonnenenergie auch gut für photovoltaik-betriebene Pumpen genutzt werden, um die Anlage komplett autark zu betreiben. Die Saisonpause im Winter lässt sich, wie wir gesehen haben, optimal für Vorbereitungen und der Aufzucht von Jungfischen und Pflanzen nutzen.

Bist du bereit für saisonale Aquaponik im kommenden Sommer? Teile deine Motivation, deine Eindrücke und deine Meinung mit uns. Das Kommentarfeld findest du unten.

Im Übrigen bin ich der Meinung – jeder sollte die Kontrolle über seine Lebensmittel haben. 🙂

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